Ernährung und Bewegung

9. September 2014

Eigenverantwortung statt Verbote und Gesetze

In Sachen Ernährung und Bewe­gung set­zen die Schweiz­erin­nen und Schweiz­er auf Eigen­ver­ant­wor­tung statt Ver­bote und Geset­ze. Von der Wirtschaft erwarten sie hochw­er­tige Pro­duk­te, Vielfalt und ver­ständliche Infor­ma­tio­nen. Der Staat soll das Übergewicht gezielt bekämpfen – auch in Koop­er­a­tion mit der Wirtschaft. So laut­en die zen­tralen Resul­tate des 1. Mon­i­tors Ernährung und Bewe­gung.

Erst­mals in der Schweiz wur­de die öffentliche Mei­n­ung zu den The­men Ernährung und Bewe­gung erhoben. In ein­er repräsen­ta­tiven Umfrage hat das gfs.bern für die Infor­ma­tion­s­grup­pe Erfrischungs­getränke mehr als 1000 Stimm­berechtigte in der Schweiz befragt.

 

Eigen­ver­ant­wor­tung an erster Stelle

Das öffentliche Inter­esse an Ernährung und Bewe­gung ist gross. Auch wird den The­men eine hohe Rel­e­vanz zuge­sprochen und alles in allem fühlt sich eine Mehrheit gut informiert. Geht es um die Frage, wie die Gesellschaft in diesen Bere­ichen gestal­tet sein soll, ste­ht klar die Eigen­ver­ant­wor­tung im Zen­trum. Diese soll über Infor­ma­tion und Aufk­lärung und nicht über Steuern oder Geset­ze gestärkt wer­den. «Dieses ein­deutige Votum ist auch ein Auf­trag an die Poli­tik, die Kon­sumenten­frei­heit in Zukun­ft nicht durch Steuern und Geset­ze einzuschränken», so Matthi­as Schnei­der, Vize-Präsi­dent der Infor­ma­tion­s­grup­pe Erfrischungs­getränke. Als wesentlich­es Kri­teri­um für eine aus­ge­wo­gene Ernährung sieht eine Mehrheit (67%) ein vielfältiges Lebens­mit­tel- und Getränkeange­bot. Eine ähn­lich grosse Mehrheit geht davon aus, dass fehlen­des Wis­sen eine der Haup­tur­sachen für falsche Ernährung ist (71%) und man­gel­nde Bewe­gung zu Übergewicht führt (88%).

 

Vielfalt, Qual­ität und Infor­ma­tion – Voraus­set­zung für aus­ge­wo­gene Ernährung

Die Rolle der Nahrungsmit­tel­her­steller sehen die Befragten primär dar­in, den Kon­sumentin­nen und Kon­sumenten ein vielfältiges und hochw­er­tiges Pro­duk­tange­bot zur Ver­fü­gung zu stel­len. Als Mass­nah­men zur Förderung ein­er aus­ge­wo­ge­nen Ernährung und aus­re­ichen­der Bewe­gung soll die Wirtschaft trans­par­ent und ver­ständlich informieren (91%) und den Bre­it­en­sport fördern (73%). In diesem Zusam­men­hang zeigt sich eine hohe Zufrieden­heit mit dem aktuel­len Stan­dard – der GDA-Kennze­ich­nung (Guide­line Dai­ly Amount) (59%). Das ist gut so, so Lorenz Hess. «Denn bei der Pro­duk­tkennze­ich­nung kommt es darauf an, dass der Kon­sument dif­feren­ziert informiert bleibt und nicht über ein Pauschal­isierungssys­tem bee­in­flusst wird.»

 

Staatliche Inter­ven­tion durch geziel­te Präven­tion

Zur Förderung ein­er aus­ge­wo­ge­nen Ernährung und aus­re­ichen­der Bewe­gung wer­den präven­tive Mass­nah­men gut­ge­heis­sen, wenn sie nicht zu strik­ter Natur sind. Ins­beson­dere wer­den geziel­te Präven­tion­s­mass­nah­men bei Risiko­grup­pen (81%) befür­wortet. Eben­falls wer­den staatliche Aktiv­itäten in den Bere­ichen Ernährungskun­de in Schu­len (80%) und Nährw­ert­dekla­ra­tion (76%) gut­ge­heis­sen. Ein Ver­bot von unge­sun­den Lebens­mit­teln (73%) oder eine Zusatzs­teuer auf zuck­er-, fett- oder salzhalti­gen Lebens­mit­teln (78%) wird hinge­gen deut­lich abgelehnt. Auch kann sich eine Mehrheit vorstel­len, dass Wirtschaft und Staat gemein­same Pro­jek­te lancieren. Diesen Ball nimmt die Infor­ma­tion­s­grup­pe Erfrischungs­getränke auf, um wirk­same Koop­er­a­tio­nen zu prüfen und anzure­gen.

Der Mon­i­tor Ernährung und Bewe­gung wird vom gfs.bern für die Infor­ma­tion­s­grup­pe Erfrischungs­getränke jährlich erhoben. Die Infor­ma­tion­s­grup­pe Erfrischungs­getränke betra­chtet diesen als Ori­en­tierungs­grösse, wenn es darum geht, seit­ens Wirtschaft und Poli­tik Entschei­de zu fäl­len.

 

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